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3 Das Java-Beans Development Kit (BDK)

3.1 Einführung

Das BDK ist keine vollständige grafische Entwicklungsumgebung wie sie vielleicht aus Delphitm oder Visual Basictm bekannt ist. Es ist vielmehr ein einfacher "Container" in welchem Beans erstellt, miteinander verknüpft, getested und verpackt werden können, und dies plattformunabhängig. Das BDK greift dabei auf die in Kapitel 2 erläuterten Vereinbarungen zurück und "lernt" von dem erstellten Programm, welche Fähigkeiten es besitzt und wie es anzusprechen ist. Wird dem Container (auch BeanBox genannt) eine weitere Bean hinzugefügt, wird versucht die beiden Beans miteinander zu verknüpfen. So können im Prinzip komplexe Anwendungen im BDK zusammengestellt werden, ohne auch nur eine Taste zu berühren. Sun legt aber ausdrücklich Wert auf die Feststellung, daß das BDK gar nicht zum Entwickeln großer Appliktionen gedacht ist, sondern wirklich zum erstellen und testen einzelner (oder weniger) Komponenten [9] [9]. Die Spezifikation nennt zwei Szenarien für den Einsatz des BDK. Die Entwicklung und das Zusammenfügen von Beans im Design-Modus, und die praktische Benutzung im Runtime-Modus [10] [10]. Diese Unterscheidung ergibt sich aus der Rolle von Beans als wiederverwendbare Komponenten. Zuerst müssen Beans von Grund auf neu entwickelt und/oder aus bereits vorhandenen anderen Beans zusammengefügt werden. Dazu benötigen Entwickler viel mehr Informationen als für ihren späteren Einsatz. Das BDK stellt auch keinen Standard dar, wie eine JavaBean-Entwicklungsumgebung auszusehen hat. Sogar das Layout der Komponentenanordnung kann von Umgebung zu Umgebung unterschiedlich sein. Auch mit einer geänderten und erweiterten Funktionalität ändert sich aber nichts Grundlegendes an den allgemeinen Arbeitsweisen, wie sie die BeanBox vorstellt.

Designtime vs. Runtime - Grafik
Abbildung 3.1: Designtime vs. Runtime JavaBean; Quelle: 'Client/Server-Programming with Java and Corba' [11] [11]





3.2 Aufbau des BDK

Das BDK (im übrigen selbst in Java implementiert!) ist nach dem Start in drei Fenster unterteilt:

  • der ToolBox, welche Beispielkomponenten enthält und in die eigene Komponenten eingefügt werden können
  • der BeanBox, ein Container-Panel in dem Komponenten plaziert und gestested werden können
  • dem Property-Sheet. Hier werden alle Eigenschaften der angewählten Komponente angezeigt (vgl. Abb. 3.2: die Properties des gesammten BeanBox-Panels sind sichtbar).

    BDK nach dem Start
    Abb. 3.2: Das Beans Development Kit - mit drei, direkt nach dem Start eingefügten Komponenten

    Die BeanBox ist der wichtigste Teil des Paketes. Sie zeigt sich als eine primitive graphische Oberfläche in der die Beans-Komponenten aus der ToolBox plaziert werden um ihre Funktionalität zu testen. Es können die Eigenschaften der Beans verändert werden (Property-Sheet) und Bindungen zwischen Ereignissen und Methoden anderer Beans hergestellt werden. Die ToolBox enthält ausschließlich Komponenten aus dem bdk/jars/-Verzeichnis (sofern das BDK so installiert wurde). Eigene Komponenten können demzufolge durch einfaches Kopieren von *.jar-Files in dieses Verzeichnis der ToolBox hinzugefügt werden.




    3.3 Die Funktionen des BDK

    Die möglichen Bearbeitungsfunktionen in der BeanBox sind:
  • Beans mit Drag&Drop von der ToolBox in das "Compositions"-Fenster ziehen
  • Beans verschieben und interaktiv ihre Größe ändern
  • die exportierten Properties bearbeiten
  • eigene Customizer zur Konfiguration einer Bean aufrufen
  • einen Event-Source mit einem Event-Handler kombinieren
  • Bound-Properties verschiedener Beans kombinieren
  • die eingesetzten Beans aus dem Composition-Fenster komplett speichern und wieder einlesen
  • einen Introspection-Report eines Beans ausgeben
  • neue Beans aus JAR-Archiven einlesen
  • ein lauffähiges Applet erzeugen.

    Die wesentlichen Funktionen wie das Verknüpfen von Komponenten oder das Abrufen der Events geschieht über das Menü der BeanBox. Eine genaue Beschreibung ist Aufgrund der wenigen Funktionen nicht erforderlich. Die Menüs sind durchgehend "selbstsprechend" geführt und sollten selbst für Programmieranfänger verständlich sein.

    BDK Menüausschnitt
    Abb. 3.3: Event-Menü der BeanBox





    3.4 Beans speichern: Java-Archive

    Java-Archive (erkennbar an der Dateiendung .jar) sind mit dem JDK1.1 eingeführt worden. Auf Binärebene entsprechen sie den allseits bekannten ZIP-Archiven. Das JAR-Packformat wurde eingeführt um dem Anwender eine leichte Möglichkeit zu geben, Java-Beans zu verpacken. Viele Beans enthalten neben den notwendigen Klassen auch Grafiken usw. Es ist äußerst lästig eine evtl. größere Menge von Dateien einzeln zu laden und zu starten. Das JAR-Format ermöglicht das Laden aller Klassen und notwendigen Grafiken in einem File. Die BeanBox bietet im File-Menü die Option eine getestete Bean sofort als JAR-Archiv abzuspeichern. In dem JAR werden dann neben den Klassen z. B. auch vom BDK erstellte Metainformationen gespeichert. Im Verzeichnis der JAR-Datei wird zusätzlich ein *.html-File gespeichert, welches den direkten Aufruf der Bean aus dem Appletviewer oder einem Browser unterstützt.*



    *: Der Ende April 1998 erschienene Netscape Navigatortm 4.05 und der aktuelle Sun HotJavatm-Browser unterstützen derzeit als einzige dieses Feature vollständig! Achtung: Die Version 4.05 ist nun in verschiedenen (Unter-)Versionen auf den Servern. Alle älteren Browser und der Internet Explorertm V4 beherrschen weder die aktuelle JDK1.1-API noch das JAR-Format!



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